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Zu viele Abbauprodukte von Cannabis kosten den Führerschein PDF Drucken
Freitag, 30. April 2010 um 10:40

Einem Autofahrer, der mit einem THC-Carbonsäurewert von 105 ng/ml im Blut in eine Polizeikontrolle gerät, darf mit sofortiger Wirkung von der Straßenverkehrsbehörde der Führerschein entzogen werden. Der Wert lasse auf zumindest gelegentlichen Cannabiskonsum schließen. Das geht aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts (VG) Frankfurt hervor (Az.: 12 L 1560/08.F).

Die Straßenverkehrsbehörde ordnete bei einem Autofahrer die sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis an. Auslöser war das Ergebnis einer Blutuntersuchung nach einer Fahrzeugkontrolle. Sie ergab bei dem Mann einen THC-Carbonsäurewert von 105 ng/ml. Die Behörde berief sich auf Ziffer 9.2.2 der Anlage IV zur Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Danach ist ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, wer gelegentlich Cannabis einnimmt und Konsum und Fahren nicht zu trennen vermag. Gegen den sofortigen Entzug seines Führerscheins wandte sich der Autofahrer an das VG.

Das Gericht hatte allerdings keine ernstlichen Zweifel daran, dass der Mann, der unter Drogeneinfluss Auto fuhr, auch mehr als ein Mal Cannabis konsumiert habe. Dies ergebe sich aus dem durch das toxikologische Gutachten festgestellten THC-Carbonsäurewert von 105 ng/mL. Dieser lasse auf einen gelegentlichen Cannabiskonsum schließen. THC-Carbonsäure sei ein sich nur langsam abbauender wirkungsfreier Metabolit des in der Cannabispflanze enthaltenen Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC). THC-Carbonsäure baue sich im Unterschied zu THC, welches nur relativ kurze Zeit nach Konsumende nachweisbar sei, nur langsam ab. Es könne eine Halbwertszeit von rund sechs Tagen für die THC-Carbonsäure zugrunde gelegt werden. Die beim Autofahrer festgestellte Konzentration von 105 ng/mL THC-Carbonsäure liege oberhalb der Werte, die nach einmaligem Konsum von Cannabis in Blut- beziehungsweise Serumproben beobachtet würden.

Informationen zu diesem Thema gibt es auch auf der Internetseite von Christian Demuth, Rechtsanwalt aus Düsseldorf, der insbesondere im Strafrecht und Verkehrsrecht tätig ist.



 
 
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